Rechenschwäche

Was ist Rechenschwäche?

Besondere Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechnens werden unter dem Begriff Rechenschwäche (Dyskalkulie) zusammengefasst.

Kinder, die an einer Rechenschwäche leiden, haben Schwierigkeiten, Strategien im Umgang mit Mengen und Zahlen sowie Einsichten in die mathematischen Operationen aufzubauen. Sie halten am zählenden Rechnen fest und können die Zahlbeziehungen nicht automatisieren.

Dies führt zu einer starken Belastung des Arbeitsgedächtnisses und einer sehr hohen Konzentrationsleistung, mit der eine eigene, fehlerhafte Rechenstrategie erarbeitet wird:

Die Fehler von rechenschwachen Kinder sind keine Flüchtigkeitsfehler, sondern das Ergebnis eines konsequent angewandten, selbstgeschaffenen Rechenverständnisses.
Für die lerntherapeutische Förderung sind die Rechenfehler der Kinder daher eine wichtige Arbeitsgrundlage.

Diagnose von Rechenschwäche

Für die Diagnose von Dyskalkulie ist neben dem standardisierten Rechentest ein Intelligenztest notwendig.

Es muss ein Wert erreicht werden, der mindesten zwei Standardabweichungen unterhalb der alters- und intelligenzbezogenen Erwartung liegt.

Die Gewährung eines Nachteilsausgleichs, wie z.B. die Befreiung von der Benotung, ist im Falle der Dyskalkulie im Land Berlin dem Ermessen der jeweiligen Schulen überlassen.

Die Rechenstörung wird in der ICD 10 F81.2 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen) beschrieben:

„Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt werden.“ (http://www.dimdi.de)

Therapie von Rechenschwäche

Die Förderung der Rechenschwäche kann nur auf wenige ausgearbeitete Förderprogramme zurückgreifen und orientiert sich daher an den Grundlagen der Vermittlung der mathematischen Basiskompetenz.

Für die Integrative Lerntherapie von Dyskakulie gelten folgende Grundsätze:

Der Lerninhalt orientiert sich an den Interessen und Bedürfnissen des Kindes und spricht komplexe, lebensnahe Problembereiche an.

Grundlegend für das mathematische Verständnis ist das konkrete Handeln mit Material und die systematische Hinführung zur symbolischen Ebene. Durch das operative Durcharbeiten einer Aufgabe wird das Verständnis zum Aufbau von Strukturen, die Beweglichkeit des Denkens sowie die Fähigkeit, neue, komplexe Zusammenhänge zu erschließen, gefördert.

Rechenfehler sind nicht unerwünscht, sondern werden konstruktiv genutzt, um ungeeignete Strategien und mathematische Vorstellungen aufzudecken. In Anlehnung an das theoretische Konzept der verbalen Selbstinstruktion (Meichenbaum&Goodman) wird das „laute Denken“ genutzt, um Vorausplanungen und die gedankliche Aufgliederung einzeln aufeinander bezogener Handlungsschritte zu fördern.