Lernen

Lernen vollzieht sich in einem komplexen Bedingungsgefüge aus individuellen Lernvoraussetzungen, emotionalen und sozialen Faktoren.

Störungen im Lernprozess führen dazu, dass der Lernende weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt und in seiner Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt ist.

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Die Ursachen von Lernstörungen werden in drei Kategorien zusammengefasst (Lauth, Brunstein & Grünke):

Mangelnde oder ungeeignete Lernaktivität

Es wird zu wenig Zeit auf das Verständnis der Aufgabe aufgewendet und es fehlt Vorwissen. Außerdem bestehen eine geringe Lernmotivation sowie eine hohe Misserfolgsorientierung.

  • Interventionen zielen hier auf die Verbesserung der Qualität von Lernhandlungen sowie der Lernaktivität und auf die Verbesserung der Selbstwirksamkeitserwartung.

 

Unzureichende Informationsverarbeitung

Damit sind fehlende Lernvoraussetzungen gemeint, wie z.B. Einschränkungen in der phonologischen Informationsverarbeitung, kognitive Entwicklungsverzögerungen, Defizite in den Gedächtnisleistungen oder der räumlichen Orientierung. Als Folge zeigt sich eine zufällige Auswahl der aufgenommenen Informationen, die nicht präzise eingeordnet werden können. Da die Informationsaufnahme unstrukturiert und flüchtig bleibt, finden notwendige Vernetzungen und Tiefenverarbeitungen nicht statt.

  • Interventionen zielen hier auf das systematische Nachlernen durch Komplexitätsreduktion und kleinschrittiges Festlegen von Lernzielen sowie auf die Vermeidung von Misserfolgserlebnissen.

 

Soziale Faktoren

Soziale Faktoren bestimmen das Lernumfeld und können sich negativ auf die Lernaktivität und die Lernvoraussetzungen auswirken.

  • Interventionen zielen hier auf die Vernetzung und Kooperation von Elternhaus und Schule.